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Im Oktober 2006 lud die Stadt Uelzen zu einem Colloquium hinsichtlich der Erforschung des Notaufnahmelagers Uelzen-Bohldamm ein, an der auch die Geschichtswerkstatt Uelzen teilnahm. Die Stadt Uelzen förderte darauf hin die Erarbeitung eines Quellenrepertoriums, mittlerweile ist auch eine Dissertation zu diesem Thema erschienen.1Arne Hoffrichter: Verwaltung, Politik, Geheimdienste. Das Notaufnahmelager Uelzen-Bohldamm im Prozess der Zuwanderung aus SBZ und DDR 1945-1963. Göttingen 2018. Die Geschichtswerkstatt ihrerseits beschloss, sich auf eigene Weise mit dem Thema auseinanderzusetzen, indem sie zunächst Zeitzeugen ausfindig machen und interviewen wollte.
Wir haben seitdem verschiedene Befragungen von Zeitzeugen durchgeführt – ein Teil der Interviews wurde auch gefilmt. Es wird naturgemäß aber immer schwieriger, noch Zeitzeugen zu finden, die von ihren Erlebnissen im oder mit dem Lager berichten können. Gleichzeitig wissen viele Menschen aus Uelzen und Umgebung nichts mehr über das Lager und seiner Bedeutung. Durch diese Erkenntnis kam uns die Idee, erneut eine Filmdokumentation in Angriff zu nehmen. Die positive Resonanz des ersten Filmprojekts über die letzten Kriegstage 1945 in Uelzen hat uns dabei bestärkt.
Wir haben dadurch erfahren, dass mit dem Medium Film ein Publikum erreicht werden kann, das sich ansonsten für geschichtliche Themen nicht so interessiert zeigt. Der Film möchte die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Notaufnahmelagers Uelzen-Bohldamm vor dem Hintergrund der Teilung Deutschlands, des Kalten Krieges und des Wiederaufbaus darstellen.
Um diese Geschichte erzählen zu können, haben sich mehrere Zeitzeugen gefunden, die ihre Erlebnisse mit und im Lager berichten. Manche sind Flüchtlinge, die später im Lager gearbeitet haben. Wir haben abgelehnte wie anerkannte Flüchtlinge interviewt, die ihre Geschichte erzählen, vom Lager, aber auch vom Neuanfang hier in Uelzen. Für die Bebilderung der Filmdokumentation haben wir zahlreiche Fotos aus Archiven und Privatbesitz gesammelt. Außerdem haben wir die Erlaubnis, einige Szenen aus dem Film ›Asylrecht‹ (1949) von Rudolf Kipp zu entnehmen, um das frühe Lager zeigen zu können.
Private Filmaufnahmen aus Stadt und Kreis Uelzen, die zur Verfügung stehen, dokumentieren die Zeit des Wiederaufbaus und geteilten Deutschlands vor Ort. Mit Unterstützung von Herrn Bräuer, der die Firma B.TV-Videoproduktion betreibt und uns bereits beim letzten Filmprojekt erfolgreich unterstützt hat, hoffen wir ein interessantes wie spannendes Kapitel regionaler Zeitgeschichte dokumentieren zu können.
Das Ergebnis dieser Dokumentation finden Sie in der Broschüre mit DVD ›geflohen – vertrieben – rübergemacht‹, die von der Geschichtswerkstatt Uelzen e. V. herausgegeben wurde.